Heather Allen
Heather Allen gelingt das Kunststück, kommunikatives Handeln bis in die kleinste Einzelheit von situativer Bewegung und Mimik zu erzeugen, ob es sich nun um einzelne, um zwei oder drei Frauen handelt, bis hin zur Gruppe. Je stärker man sich in diese Gruppe hineinbewegt, je stärker wird man, wie durch einen Sog, Teil dieser Gruppen (kleinere, größere), obwohl man den Handlungskontext nicht schlüssig nachvollziehen kann….
(Denn) die intuitiv aufeinander abgestimmten Handlungen, aufgefangen in der Mimik, ergeben keinen erkennbaren Sinn. Mit anderen Worten: Die Bedeutung bleibt offen. Etwas geschieht, aber das Gechehene kann sich in die eine oder andere Richtung verlagern, kann sich auflösen. Es ist, als würde sich das Gruppendynamische mitsamt den Einzelgängerinnen als Prozess der Selbstfindung im kollektiven Umfeld, als ein Transfer der Selbstfindung ins kollektive Umfeld verstehen.
Jean-Christophe Ammann
Heather Allen catalog text, 2002